Wege ins Produktmanagement

Es gibt unterschiedliche Wege ins Produktmanagement. Hier geht es primär um die Rolle einer Produktmanagerin oder eines Produktmanagers im Tech-Bereich, vor allem in Bezug auf die Entwicklung von Software-Produkten.

Meist führen bestimmte berufliche Stationen in einem produzierenden Unternehmen dazu, dass eine Person aus einer anderen Rolle ins Produktmanagement wechselt. Außerdem gibt es hilfreiche Weiterbildungen, die auf diese Aufgabe vorbereiten. Bestimmte persönliche Eigenschaften wie z.B. Freude an Kommunikation sind ebenfalls hilfreich. Für eine sehr gute Entwicklung von Produktmanager:innen ist ein starkes Mentoring von einer erfahrenen Person nötig (Cagan M. J., 2022).

In meiner Laufbahn habe ich viele gute Produktmanager:innen kennengelernt und die meisten von ihnen hatten entweder eine technische Ausbildung oder eine Ausbildung in einem für das Produkt  relevanten Business. Das kann eine Ausbildung in der Branche sein, in der sie als Produktmanager:in eine Software betreuen. So kann etwa eine Bankkauffrau die Rolle einer Produktmanagerin für eine Software im Banken-Bereich übernehmen.

Meist eignen Produktmanager:innen sich das jeweils andere Feld (also Business oder Tech) selbst an – mit viel Offenheit, Neugier, Engagement und hoher Frustrationstoleranz. Eine Person mit einer fachlichen Ausbildung bildet sich soweit wie nötig ein Verständnis von Softwareentwicklung sowie dem Aufbau und dem Datenmodell der jeweiligen Software. Eine Person mit einer technischen Ausbildung, eignet sich das nötige Branchenwissen an. In der Abbildung sind diese beiden relevanten Bereiche als „Tech“ und „Business“ dargestellt (siehe Abbildung).

Immer mehr Personen starten heute auch direkt als Produktmanager:in in ihrem ersten Job. Oft haben diese Personen eine Ausbildung in interdisziplinären Bereichen wie Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Ist der Einstieg ins Produktmanagement geschafft, kann diese Rolle auch in einem anderen Umfeld übernommen werden. Hier muss u.U. das Branchen-Wissen neu erlernt werden. Es können auch technisch viele Unterschiede zum vorherigen Job vorhanden sein. Trotzdem wird die Einarbeitung wahrscheinlich schneller möglich sein, als beim ersten Job als Produktmanager:in. Die innere Struktur „So arbeite ich als PM“ ist dann schon vorhanden. Das ist eine wichtige Ressource.

Doch wie komme ich zu meinem ersten Job als Produktmanagerin? Manchmal wechseln Personen aus anderen Positionen in einem Unternehmen in die Rolle des PM, z.B. aus der Entwicklung, Testing oder aus der Kundenberatung. Außerdem kann aus einer Projektmanagerin eine Produktmanagerin werden. Wichtig ist es dann, sich entsprechende Skills anzueignen, denn Produktmanager:innen denken anders als Projektmanager:innen. Besonders interessant ist hier der Produktmanagement-Ansatz von Marty Cagan von der Silicon Valley Product Group (Cagan M. , 2022).

Die persönlichen Voraussetzungen sind für eine gute Produktmanagerin vielfältig. Wie schon erwähnt brauchen Produktmanager:innen technisches Verständnis für die Software und das nötige Branchenwissen, um mit User:innen, Kund:innen und Entwickler:innen zielführend zu kommunizieren. Dies kann sich nach und nach weiterentwickeln. Damit dies möglich ist, brauchen PM vor allem Neugier, ein offenes Mindset, Wertschätzung für sich selbst und anderen Menschen (Team, Kund:innen, andere Stakeholder), eine hohe Frustrationstoleranz und professionelle Anleitung und Mentoring.

Die sogenannten Soft-Skills werden für Produktmanager:innen zu essentiellen Hard-Skills. Produkte entstehen in sozialen Systemen und auf den Schultern des PM lastet mitunter enormer Druck. Produktmanager:innen profitieren von der Fähigkeit, Visionen zu entwickeln und zu vermitteln. Damit meine ich nicht, andere von den eigenen Zielen zu überzeugen, sondern so sehr in Beziehung zu stehen, dass gemeinsame Ziele entwickelt werden können – immer in direktem Bezug auf die wichtigen Geschäftsprobleme. Die Fähigkeit, zu fokussieren und gleichzeitig offen zu sein für Möglichkeiten und Gelegenheiten ist von Vorteil.

Produkte entstehen in Systemen. Daher brauchen Produktmanager:innen ein Gespür für Systemdynamiken und unsichtbare Hindernisse innerhalb des sozialen Gefüges „Team“, um diese zu erkennen und zu adressieren. Beispielsweise kann Teammitglied Ziele haben, die mit dem Produkt-Ziel konkurrieren. Wenn dies nicht gesehen wird, kann es für alle Beteiligten schwer werden, das Produktziel zu erreichen. Ein (agiler) Team-Coach ist nicht immer zur Stelle, um sich um diese Probleme zu kümmern. Verantwortlich für den Value für User:innen ist am Ende der oder die Produktmanager:in. 

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