VAKOG nutzen im (Arbeits-)Alltag

Wir haben die Möglichkeit, unser Erleben aktiv zu beeinflussen und unseren derzeitigen mentalen Zustand zu verändern, indem wir unsere Sinneskanäle mit bestimmten Informationen „füttern“. Im Arbeitsalltag kann das von großem Nutzen sein, beispielsweise, wenn wir eine Ressource aktivieren möchten. Wenn wir beispielsweise ein Gespräch mit einer Kundin geplant haben und uns gestresst und fahrig fühlen, kann es hilfreich sein die Ressourcen „Gelassenheit“ und „Offenheit“ zu aktivieren. Viele Menschen haben intuitiv Strategien entwickelt, sich vor Terminen mental zu stärken, z.B. indem sie Fotos ihrer Lieben anschauen oder sich ein großes Ziel visualisieren. Was passiert dabei genau? Wir suchen uns einen Zustand aus unserer Vergangenheit oder einen gewünschten Zustand aus, den wir erreichen wollen. Das kann z.B. das entspannte Gefühl an einem schönen Urlaubstag sein. Alles, was wir tun müssen, ist uns diesen Zustand mit allen Sinnen intensiv und detailliert vorzustellen:

  • Was sehe ich? → Sonne und einen leeren, weißen Sandstrand, ein paar Boote am Horizont…
  • Was höre ich? → Brandung und Möwen…
  • Was fühle ich? → Sand zwischen den Zehen…
  • Was rieche ich? → Seeluft, Salzwasser…
  • Was schmecke ich? → Salz auf der Zunge…

Dabei ist es wichtig, in der Gegenwartsform zu denken und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. So können wir uns intensiv mit der Situation assoziieren und geraten in den gewünschten Zustand. Das funktioniert auch mit eher unangenehmen Zuständen. Oft führen wir uns beängstigende Szenarien vor Augen und unser Mentaler Zustand folgt der Geschichte, die wir uns erzählen. Angangs kann uns diese Strategie so vorkommen, als würden wir uns selbst „hereinlegen“ oder manipulieren. Doch das machen wir sowieso – nur meist unbewusst und leider oft so, dass wir uns durch unsere Vorstellungen in unschöne Zustände bringen, wie z.B. in der Parabel „Die Geschichte mit dem Hammer“ von Paul Watzlawick.

Übung: Zustand bewusst aktivieren mit VAKOG

In dieser Übung verändern wir bewusst und aktiv unseren derzeitigen Zustand. Die Übung kann jede und jeder für sich durchführen – immer und überall.

  1. Denke an eine Situation, in der du in dem gewünschten Zustand warst (z.B. „entspannt“ oder „selbstbewusst“). Der Zustand sollte ungetrübt sein, es sollte dabei kein anderer Beigeschmack/Färbung verbunden werden, z.B. „Ich war selbstbewusst, bin aber dann durch die Prüfung gefallen.“
  2. Stell dir vor, du bist JETZT in dieser Situation.
    1. Was siehst du?
    2. Was hörst du?
    3. Was fühlst du? Welche Körperhaltung hast du?
    4. Was schmeckst du – falls zutreffend?
    5. Was riechst du?

Reflektiere einmal, wie es dir jetzt geht und wie sich auch beispielsweise deine Haltung verändert hat. Wann ist die nächste Situation in deinem Arbeitsalltag, in der dir diese Übung nützlich sein kann? Wie wird es sein, dann in diesem Zustand zu sein?

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